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"Tag des Offenen Denkmals am 9.9.2018"

Die Ludendorff-Brücke und der Eisenbahntunnel unter der Erpeler Ley


Am 1. Mai 1918, zum Ende der zweijährigen Bauzeit 1916 bis 1918, wurde die Eisenbahnbrücke Erpel-Remagen (gebaut auf Drängen der deutschen Generalität, Architekt war Karl Wiener, Mannheim) auf den Namen Ludendorff-Brücke getauft.
Am 15. August 1918 fand die Einweihung statt. In Betrieb genommen wurde sie, bedingt durch bautechnische Probleme im Tunnel, erst nach Kriegsende am 1. September 1919. Als militärisch-strategische Verbindung zur Versorgung der Westfront im Ersten Weltkrieg geplant, führte die Strecke über die Brücke von Erpel in Richtung Remagen und weiter durch Ahrtal und Eifel bis nach St. Vith (heute Belgien). Auch in den Jahren des Zweiten Weltkriegs hatte die Brücke diese militärische Funktion. Eine zivile Nutzung der Brücke durch die Reichsbahn fand kaum statt.
Fußgängerstege auf beiden Brückenseiten boten Fußgängern und Radfahrern die Möglichkeit der Rheinüberquerung. Damit hatte die Brücke für Erpel und Remagen eine intensiv genutzte verbindende Funktion.
Für die 325 Meter lange zweigleisige Ludendorff-Brücke wurden fast 4.800 Tonnen Stahl verbaut. Sie querte den Rhein mit 14,80 Metern über dem normalen Wasserstand. Der höchste Punkt des Stahlbogens ragte fast 30 Meter auf. Der 156 Meter lange Mittelteil ruhte auf zwei Strompfeilern, die erst im Sommer 1976 beseitigt wurden. Der Eisenbahntunnel unter der Erpeler Ley hat eine Länge von 383 Metern. Er führte die Bahngleise, nördlich von Erpel von der Bahnlinie Köln-Koblenz abzweigend, in einem 90-Grad-Bogen auf die Brücke. In den 1950er Jahren wurden im Tunnel gewerbemäßig Champignons gezüchtet.

Seit 2012 ist der Tunnel im Besitz des ad Erpelle Kunst- und Kulturkreises Erpel e.V. Der Tunnel steht ebenso wie die Brückentürme unter Denkmalschutz. Der Verein hat den Tunnel für kulturelle Veranstaltungen u. a. mit einer Bühne und einer Tribühne für 200 Personen ausgestattet. Hier finden regelmäßig Theateraufführungen, Konzerte und Kunstausstellungen statt.



"Kunst im Tunnel"

Zeitzeugen erinnern sich
Die Kunstausstellung "Zeitzeugen" öffnet uns einen ungewohnten Blick auf die Geschichte des Tunnels der Ludendorff-Brücke.
Mit Erlebnisberichten der Zivilbevölkerung, die im Tunnel Schutz und Sicherheit suchten, haben Thomas R. Jahn und Hanne Kubach eine Ausstellung geschaffen, die alle Besucherinnen und Besucher beeindrucken wird.
Die Vernissage findet am 18. Mai 2018 um 18:00 Uhr statt. Anschließend ist die diesjährige Premiere des Theaterstücks "Die Brücke"






"Theater im Tunnel"

Die Brücke – Geschichte am Originalschauplatz erleben     Fotos

Am 7. März 1945 erreichen die amerikanischen Truppen auf ihrem Vormarsch von Meckenheim kommend die Rheinhöhen bei Remagen. Sie finden die Ludendorffbrücke, eine zweigleisige Eisenbahnbrücke, die Remagen mit dem rechtsrheinischen Ort Erpel verbindet, unzerstört vor. Der Sprengversuch durch die deutsche Wehrmacht war gescheitert. Obwohl ursprünglich vorgesehen war, starke alliierte Truppenverbände auf der linken Rheinseite zu konzentrieren und dann in breiter Front den Rhein zu überschreiten, entschließen sich die amerikanischen Soldaten, noch an diesem Nachmittag den Fluss zu überqueren. Sie beschießen den sich an die Rheinbrücke anschließenden Tunnel unter der Erpeler Ley, in dem sich noch zahlreiche deutsche Soldaten und etwa 150 Zivilisten befinden, die hier Schutz vor den Bombenangriffen gesucht hatten. Dramatische Szenen spielen sich ab, bis einige mutige Frauen und der Eisenbahner Willi Feldens mit weißen Tüchern winkend aus dem Tunnel laufen. Der Eisenbahner bricht von einer Kugel getroffen zusammen, er stirbt in der folgenden Nacht im Tunnel. Die Amerikaner entwaffnen die deutschen Soldaten und führen sie über die Brücke in die Kriegsgefangenschaft, während die Erpeler Bürgerinnen und Bürger den Tunnel verlassen und in ihre schwer zerstörten Häuser zurückkehren.

Die vier Offiziere des Brückenkommandos verurteilt ein Standgericht wegen Sabotage zum Tode, obwohl ihnen keine Schuld an der misslungenen Sprengung zugeschrieben werden kann. Drei von ihnen werden in dem kleinen Westerwaldort Rimbach erschossen. Der vierte, Hauptmann Bratke, überlebt, da er in amerikanische Kriegsgefangenschaft geraten war.

Namhafte Historiker schreiben den Ereignissen an der Ludendorffbrücke eine große Bedeutung für ein schnelleres Ende des 2. Weltkrieges zu. So wurden durch die Entscheidung der amerikanischen Soldaten, am 7. März 1945 den Rhein von Remagen nach Erpel zu überqueren, sicher Tausende von Menschen vor dem Tod durch weitere Bombenangriffe auf deutsche Städte und Dörfer bewahrt.

Die Ereignisse um die »Brücke von Remagen«, wie die Ludendorffbrücke von den Amerikanern genannt wurde, haben den Autor Rolf Palm zu einem historischen Roman inspiriert, der die Grundlage des vom Intendanten der Landesbühne Rheinland-Pfalz, Walter Ullrich, inszenierten Theaterstücks »Die Brücke« ist.

2006 wurde es erstmals im Tunnel unter der Erpeler Ley aufgeführt, und so die historischen Ereignisse am Originalschauplatz in der Kunstform des Theaters wieder in Erinnerung gebracht. Hiermit sollte ein Beitrag geleistet werden, deutsche Geschichte lebendig zu halten und die Schrecken von Krieg und Zerstörung nicht zu vergessen, um so Impulse für eine friedliche Zukunft zu setzen.

Ermöglicht wurden die Aufführungen durch den 2005 gegründeten »ad Erpelle« Kunst- und Kulturkreis Erpel e.V., der es sich u.a. zur Aufgabe gemacht hat, den Tunnel und die Brückentürme der Ludendorffbrücke einer kulturellen Nutzung zugänglich zu machen. Hierfür wurde der Verein im Jahr 2006 mit dem Ehrenamtspreis des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet.


Die Eintrittskarte für das Theaterstück »Die Brücke« berechtigt während des ganzen Jahres zum ermäßigten Eintrittspreis von 1 Euro in das Friedensmuseum, das auf der gegenüberliegenden Rheinseite in den Brückentürmen in Remagen eingerichtet ist und in beeindruckender Weise die Ereignisse der letzten Kriegstage dokumentiert.

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