Aktuelles

Jubiläumskonzert der Null-Uhr-Kapell

Mehrfach verschoben und dann ganz abgesagt werden musste das für dieses Jahr geplante Jubiläumskonzert der Null-Uhr-Kapell. Das Programm stand schon fest, die Mitwirkung der Agundo-Strings unter Leitung von Dr. Agnieszka Sokol-Arz war zugesagt, die Proben hatten schon begonnen - und dann kam Corona.

Damit die vielen Freunde der Musikerinnen und Musiker den Null-Uhr-Sound nicht ganz aus den Ohren verlieren, kann jetzt hier das letzte Jubiläumskonzert erklingen, in dem ein bunter Strauß von Melodien einen Querschnitt durch das vielseitige Repertoire der Null-Uhr-Kapell bieten.






Europa-Hymne mit der Null-Uhr-Kapell: Jeder für sich und doch alle zusammen.

Eigentlich wollten die Musiker der Null-Uhr-Kapell sich noch häufiger als üblich zu den Proben treffen, da für den 10. Mai das Jubiläumskonzert zum 20-jährigen Bestehen geplant war. Daraus wird nun leider nichts, aber das heißt noch lange nicht, dass die Musik stumm bleiben muss. Immer öfter erklingen abends um 18 oder 19 Uhr die Instrumente der Bläser, wenn von ihrem Balkon oder aus ihrem Garten die Europahymne ertönt. Da hatte dann einer, und zwar Henning die Idee: Das muss doch auch gemeinsam möglich sein. Manu schrieb sofort den passenden Notensatz, jeder einzelne Musiker spielte seine Stimme von Beethovens "Ode an die Freude" zu Hause und schickte sie via WhatsApp an Michael, der dann das fertige Produkt zusammenfügte: Ein virtuelles Fensterkonzert der Null-Uhr-Kapell.

Damit möglichst viele Menschen Freude daran haben, ist das Konzert im Internet zu hören und zu sehen unter http://ad-erpelle.de/EuropaHymne.mp4

75. Jahrestag des Rheinübergangs

Am 7. März 2020 jährt sich zum 75. Mal ein für die Gemeinde Erpel und ganz Deutschland geschichtsträchtiges Ereignis: Die amerikanischen Truppen setzten hier zum ersten Mal den Fuß auf rechtsrheinisches Gebiet, nachdem sie die von Remagen herüberführende Ludendorffbrücke kampflos eingenommen hatten.
Im Tunnel unter der Erpeler Ley befanden sich zu diesem Zeitpunkt außer dem Kampfkommando der Wehrmacht zahlreiche Erpeler Frauen, Männer und Kinder, die dort Schutz vor den Bombardements gesucht hatten. Dem Mut einiger Frauen und des Erpeler Bürgers Willi Feldens, die den Soldaten mit weißen Tüchern entgegenliefen, ist es zu verdanken, dass es nicht zu einem größeren Blutvergießen kam. Nur Willi Feldens brach von einer Kugel getroffen zusammen und verstarb in der folgenden Nacht.
Für die Menschen in und um Erpel ging eine schwere Zeit zu Ende, da endlich die seit mehreren Monaten andauernden Bombenangriffe auf die Brücke vorbei waren. Zum Dank errichteten sie das Friedenskreuz auf der Erpeler Ley als Mahnmal und schufen mit der Mariengrotte ein bleibendes Zeichen zur Erinnerung an die erlebten Notzeiten.

Der ad Erpelle Kunst- und Kulturkreis Erpel e.V. hat eine Dokumentation dieser Ereignisse mit dem Titel "Die Brücke - Der Tunnel" erstellt, die viele Informationen, Fotos und Zeitzeugenberichte in einer Publikation zusammenfasst.

Die Broschüre ist über die E-Mailadresse info@ad-erpelle.de zum Preis von 10 € zuzüglich 2 € Versandkosten zu beziehen.

Der Jahrestag fand in den Medien und der Presse große Aufmerkssamkeit. So hat ein Team des SWR eine Multimediale Dokumentation über die Ludendorff-Brücke und die Ereignisse im März 1945 erstellt, die Sie unter dem obigen Link abrufen können.
Die Brücke Lupe für eine vergrößerte Bildansicht "Theater im Tunnel"

Die Brücke – Geschichte am Originalschauplatz erleben     Fotos

Wiederaufnahme für 2021 vorgesehen

Am 7. März 1945 erreichen die amerikanischen Truppen auf ihrem Vormarsch von Meckenheim kommend die Rheinhöhen bei Remagen. Sie finden die Ludendorffbrücke, eine zweigleisige Eisenbahnbrücke, die Remagen mit dem rechtsrheinischen Ort Erpel verbindet, unzerstört vor. Der Sprengversuch durch die deutsche Wehrmacht war gescheitert. Obwohl ursprünglich vorgesehen war, starke alliierte Truppenverbände auf der linken Rheinseite zu konzentrieren und dann in breiter Front den Rhein zu überschreiten, entschließen sich die amerikanischen Soldaten, noch an diesem Nachmittag den Fluss zu überqueren. Sie beschießen den sich an die Rheinbrücke anschließenden Tunnel unter der Erpeler Ley, in dem sich noch zahlreiche deutsche Soldaten und etwa 150 Zivilisten befinden, die hier Schutz vor den Bombenangriffen gesucht hatten. Dramatische Szenen spielen sich ab, bis einige mutige Frauen und der Eisenbahner Willi Feldens mit weißen Tüchern winkend aus dem Tunnel laufen. Der Eisenbahner bricht von einer Kugel getroffen zusammen, er stirbt in der folgenden Nacht im Tunnel. Die Amerikaner entwaffnen die deutschen Soldaten und führen sie über die Brücke in die Kriegsgefangenschaft, während die Erpeler Bürgerinnen und Bürger den Tunnel verlassen und in ihre schwer zerstörten Häuser zurückkehren.

Die vier Offiziere des Brückenkommandos verurteilt ein Standgericht wegen Sabotage zum Tode, obwohl ihnen keine Schuld an der misslungenen Sprengung zugeschrieben werden kann. Drei von ihnen werden in dem kleinen Westerwaldort Rimbach erschossen. Der vierte, Hauptmann Bratke, überlebt, da er in amerikanische Kriegsgefangenschaft geraten war.
Namhafte Historiker schreiben den Ereignissen an der Ludendorffbrücke eine große Bedeutung für ein schnelleres Ende des 2. Weltkrieges zu. So wurden durch die Entscheidung der amerikanischen Soldaten, am 7. März 1945 den Rhein von Remagen nach Erpel zu überqueren, sicher Tausende von Menschen vor dem Tod durch weitere Bombenangriffe auf deutsche Städte und Dörfer bewahrt.
Die Ereignisse um die »Brücke von Remagen«, wie die Ludendorffbrücke von den Amerikanern genannt wurde, haben den Autor Rolf Palm zu einem historischen Roman inspiriert, der die Grundlage des vom Intendanten der Landesbühne Rheinland-Pfalz, Walter Ullrich, inszenierten Theaterstücks »Die Brücke« ist.
2006 wurde es erstmals im Tunnel unter der Erpeler Ley aufgeführt, und so die historischen Ereignisse am Originalschauplatz in der Kunstform des Theaters wieder in Erinnerung gebracht. Hiermit sollte ein Beitrag geleistet werden, deutsche Geschichte lebendig zu halten und die Schrecken von Krieg und Zerstörung nicht zu vergessen, um so Impulse für eine friedliche Zukunft zu setzen.

Ermöglicht wurden die Aufführungen durch den 2005 gegründeten »ad Erpelle« Kunst- und Kulturkreis Erpel e.V., der es sich u.a. zur Aufgabe gemacht hat, den Tunnel und die Brückentürme der Ludendorffbrücke einer kulturellen Nutzung zugänglich zu machen. Hierfür wurde der Verein im Jahr 2006 mit dem Ehrenamtspreis des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet.

Die Eintrittskarte für das Theaterstück »Die Brücke« berechtigt während des ganzen Jahres zum ermäßigten Eintrittspreis von 1 Euro in das Friedensmuseum, das auf der gegenüberliegenden Rheinseite in den Brückentürmen in Remagen eingerichtet ist und in beeindruckender Weise die Ereignisse der letzten Kriegstage dokumentiert.